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Kartäuser Katze (Chartreux): Die lächelnde Französin

Die Kartäuser ist eine der ältesten und edelsten Katzenrassen Europas. Lerne alles über die Chartreux, ihren stillen Charakter und den Unterschied zur BKH.

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Miauvo Redaktion25. Mai 2026
Kartäuser Katze (Chartreux): Die lächelnde Französin

Kartäuser (Chartreux): Die Aristokratin mit dem stillen Wesen

Sie ist die Nationalkatze Frankreichs und eine Legende der Katzenwelt: Die Kartäuser, im Fachkreis Chartreux genannt. Mit ihrem dichten, blaugrauen Fell und den leuchtend kupferfarbenen Augen verkörpert sie Eleganz und Bodenständigkeit zugleich.

Oft verwechselt, viel kopiert und dennoch einzigartig – die Kartäuser ist eine Katze für Individualisten. Wir klären auf, was die „echte“ Kartäuser ausmacht und warum sie oft fälschlicherweise mit der Britisch Kurzhaar in einen Topf geworfen wird.


Der große Irrtum: Kartäuser vs. Britisch Kurzhaar (BKH)

Dies ist der wichtigste Punkt für jeden angehenden Halter: In Deutschland wurde jahrzehntelang fast jede blaugraue Katze als „Kartäuser“ bezeichnet. Sogar Zuchtverbände führten die Rassen zeitweise zusammen. Doch die echte Chartreux ist eine eigene, sehr alte Rasse mit ganz anderen Merkmaler als die BKH:

MerkmalEchte Kartäuser (Chartreux)BKH (Blau)
KopfformTrapezförmig, schmaler werdendRund („Teddybär-Look“)
AugenfarbeIntensives Kupfer bis BernsteinOrange bis Gold
OhrenHoch angesetzt, eng beieinanderWeit auseinander, eher klein
KörperMuskulös, eher schlanke BeineKompakt, gedrungen, stämmig

Unsere ehrliche Meinung: Wenn dir jemand eine „Kartäuser ohne Papiere“ für 300 € anbietet, ist es zu 99 % eine blaue BKH oder ein Mix. Die echte Chartreux ist selten und wird von passionierten Züchtern streng behütet.


Charakter: Die stille Genießerin

Die Kartäuser wird oft als „Hundekatze“ bezeichnet – nicht weil sie wild herumtollt, sondern wegen ihrer extremen Loyalität. Sie sucht sich oft eine feste Bezugsperson aus, der sie wie ein Schatten folgt.

Sanftmut ohne Aufdringlichkeit

Sie ist keine Katze, die ständig lautstark Aufmerksamkeit fordert. Wenn sie etwas möchte, stupst sie dich sanft an oder schaut dich erwartungsvoll an. Ihr Wesen ist ausgeglichen, fast schon stoisch. Sie lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen, was sie auch für Haushalte mit Kindern oder Hunden interessant macht.


Haltung: Anspruchsvoll in der Intelligenz, einfach in der Pflege

Die Kartäuser ist eine intelligente Jägerin. Auch in der Wohnungshaltung braucht sie Reize, die ihren Kopf fordern. Intelligenzspielzeug und tägliche Spieleinheiten sind Pflicht.

Das Fell: Ein dicker Pelz

Das Fell der Chartreux ist besonders: Es ist extrem dicht und besitzt viel Unterwolle, was es leicht wollig erscheinen lässt. Da die Unterwolle das Deckhaar leicht anhebt, wirkt das Fell fast plüschig.

Pflege-Tipp: Einmal pro Woche gründlich bürsten reicht aus. Während des Fellwechsels solltest du jedoch öfter zum Kamm greifen, da die Menge der Unterwolle beachtlich ist.

Passendes Werkzeug: Kämme für dichtes Unterfell


Geschichte: Von Klöstern und Königen

Es ranken sich viele Mythen um die Herkunft. Die wohl schönste (wenn auch wissenschaftlich nicht belegte) Legende besagt, dass Kartäusermönche die Katzen aus dem Orient mitbrachten und sie in ihren Klöstern züchteten. Fest steht: Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Rasse fast ausgestorben und wurde durch gezielte Rückzüchtung mühsam gerettet.


Gesundheit: Ein Naturbursche

Die Kartäuser gilt als überaus robust. Im Gegensatz zu vielen überzüchteten Modeschönheiten hat sie kaum mit Erbkrankheiten zu kämpfen. Einzig auf Patellaluxation (Verschiebung der Kniescheibe) sollte bei den Elterntiere geachtet werden.


Fazit: Eine Katze für Kenner

Die echte Kartäuser (Chartreux) ist eine faszinierende Rasse für Menschen, die das Besondere suchen. Sie ist ruhig, loyal und von einer unaufdringlichen Eleganz. Wer bereit ist, nach einem seriösen Züchter zu suchen und den Unterschied zur BKH versteht, bekommt eine Begleiterin fürs Leben, die durch ihre stille Präsenz jeden Raum bereichert.


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